Das Wetter spielt beim Gärtnern eine zentrale Rolle. Wer mit und in der Natur lebt oder unmittelbar in der Natur arbeitet – wie Förster, Gärtner und Landwirte – muss das Wetter und seine Launen kennen da die eigene Arbeit und deren Erfolg maßgeblich davon abhängt. Ein Förster weiß: Bäume sollten nur bei trockenem Wetter gefällt werden, da sie sonst viel schwer zum Transportieren sind (bei nassem Wetter haben sich sich mit Wasser vollgesogen) und auch anschließend bei der Lagerung das Holz schimmeln kann wenn die Stämme oder einzelnen Stücke zu nass sind und dann gestapelt werden.  Auch ein Landwirt muss sehr spontan sein wenn Regen kommt und beispielsweise entscheiden ob er noch schnell eine Ernte einfahren muss, Gülle ausbringt oder Heu- und Strohballen vom Feld einsammelt um sie vor widrigem Wetter zu schützen. Auch andere Vorkehrungen sind zu treffen, wie etwa ob bei bestimmten Temperaturen und bestimmten Wetterbedingungen wie Sonne, Wind und Regen Saatgut auszubringen, Kühe und andere Tiere auf der Weide zu lassen oder wieder in den Stall zu holen sind.

“Das Wetter ist der Gott des Gärtners” und “Der Wettergott ist Freund und Feind zugleich” wird man bei Fachleuten hin und wieder hören. Tatsächlich ist das Wetter weder gut noch böse und gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur eine schlechte Planung (und schlechte Kleidung). Das Wetter ist Teil des natürliches Kreislaufes, der auf Grund des durch den Menschen verursachten Klimawandels leider immer mehr aus den Fugen gerät und das Leben auf der Erde überhaupt möglich macht. Ohne Wolken und Regen, würde alles Verdorren, die Bäche, Flüsse und Meere würden nicht wieder aufgefüllt werden und auch Mensch und Tier würden unter der Wärme und schädlichen UV-Strahlen leiden. Die schmelzenden Polkappen führen etwa dazu, dass weniger Sonnenlicht reflektiert wird und es dadurch auf der Erde wärmer wird. Das schmelzende Süßwasser von den Polkappen wiederum, was in die Meere gelangt beeinflusst ab einer bestimmten Konzentration ganz erheblich den Golfstrom und auch den Jetstream, die für das Wetter in Europa zuständig sind. Wie man sehen kann, ist das Wetter mehr als nur eine Laune. Es ist ein eigenständiger Organismus, mit dem wir dennoch unmittelbar verbunden sind, weshalb sich auch alles was wir tun oder nicht tun auf das Wetter auswirkt. Wetter ist nicht regional, Wetter ist global. Das was wir aus der Wettervorhersage kennen ist immer nur ein kleiner auf unsere Region bezogener Teil eines großen komplexen Systems, das immer noch nicht ganz erforscht ist.

Dennoch reicht uns Menschen zunächst die regionale Wettervorhersage, die auf vielen unterschiedlichen Messwerten wie z.B. Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Windrichtung usw. von zahlreichen Messtationen und Wetterballons basiert, um unsere beruflichen und freizeitlichen Aktivitäten zu planen. Dabei unterscheidet man zwischen Kurz- und Langzeitprognosen, wobei Kurzzeitprognosen eine höhere Trefferquote haben und die Wahrscheinlichkeit umso mehr abnimmt, umso weiter entfernt das Zieldatum der Berechnung ist. Eine 24 Stunden Vorhersage hat heutzutage eine Wahrscheinlichkeit von 90%, bei 3 Tagen sind es nur noch 75% und bei 7 Tagen nur noch 50%. Hoch- und Tiefdruckgebiete und die Windrichtung entscheiden je nach Jahreszeit maßgeblich darüber ob uns unbeständiges und nasses, beständiges und trockenes oder kaltes und trockenes oder warmes und nasses Wetter bevorsteht. Ein Gärtner muss also nicht nur sehr naturverbunden, sondern auch ein guter Meteorologe sein, wenn er erfolgreich sein will. Dennoch gibt es und wird es immer Faktoren geben, mit denen Niemand rechnen kann, dass sind dann eben die Launen der Natur. Es ist gut, dass der Mensch nicht Alles kontrollieren kann und vom Wetter sollte man auch besser die Finger lassen. Nur die Natur weiß es richtig einzusetzen um Disharmonien auszugleichen und das Klima wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Und wir unterstützen dies indem wir im Einklang mit der Natur (und damit auch dem Wetter) Gärtnern und andere Menschen auf die Wichtigkeit des Wetters und seine Verbindung zum Klima aufmerksam machen.

Für alle Förster, Gärtner und Landwirte sind die Zeiten des Klimawandels eine besondere Herausforderung, die man nur überstehen kann, wenn man die Ursachen versteht und entsprechend handelt um größere Schäden zu vermeiden. Für uns bedeutet das, sich zurückzunehmen und von rein ökonomischen Gärtnereien mit einer riesigen Fläche und unzähligen Treibhäusern  mit allen möglichen exotischen Pflanzen zurück zum einfachen Familienbetrieb bei dem die Qualität und nicht Quantität zählt. Uns ist es wichtig nur ausgewählte heimische und exotische Pflanzen auf einer möglichst kleinen Fläche anzubauen ohne dabei die Pflanzen künstlich “Hochzupushen”. Daher verzichten wir grundsätzlich auf Gewächshäuser und kultivieren wir heimische Pflanzen grundsätzlich nur im Freiland, was sie robuster macht da sie schon vor dem Versand ans Klima angepasst sind – was ja häufig bei “Gewächshausware” nicht der Fall ist. Und es ist auch natürlicher für die Pflanzenwesen selbst direkt in der Natur zu sein um sich frei entfalten zu können und nicht in “Glaskäfigen”. Nur wenige exotische Pflanzen, die unsere Temperaturen nicht überleben würden, kultivieren wir Innen auf kleinstem Raum – wie etwa das Australische Zitronenblatt, die Duftgeranien oder den Rosenweihrauch. Unsere Pflanzen im Freilandanbau stehen ebenerdig und nicht in Regalen um ihnen die Verbundenheit zur Erdmutter zu lassen und keine Angriffsfläche für auf Grund des Klimawandels vermehrt aufkommende Stürme zu bieten. Das ist unser Beitrag zum Klimaschutz – so wenig Fläche wie möglich beim Gärtnern verbrauchen und den Pflanzen so viel Natur lassen wie möglich. Auch beim Pflanzenversand spielt das Wetter eine große Rolle, mehr dazu und eine aktuelle Wettervorhersage für unseren Ort findest Du unter den Menüpunkten “Lieferzeiten” und “Wettervorhersage“.

Hinweis: Dieser Artikel kann und will nicht das umfangreiche Thema “Wetter” in all seinen Details wiedergeben, dafür gibt es genügend Fachliteratur (entsprechende Buchempfehlungen findest Du in der rechten Sidebar), Fortbildungen und Studiengänge. Dennoch hoffen wir unseren Lesern einen kleinen Einblick über die Komplexität des Organismus “Wetter” und die Schwierigkeit beim Gärtnern im Einklang mit dem Wetter gegeben haben zu können.