Rückblick Juni 2018

Rückblick Juni 2018

“An Sankt Medardus wird ausgemacht, ob 40 Tag die Sonne lacht.” (Bauernregel)

So besagt es zumindest eine alte Bauernregel. Und in der Tat begann der Juni genauso warm und freundlich, wie er auch geendet hat. Ist es der längste Sommer aller Zeiten, den wir hier gerade erleben? Der Juli und August werden es zeigen, aber gute Karten, diesen Titel zu gewinnen, hat das Jahr 2018 auf jeden Fall. Wenn man bedenkt, dass der (Früh-) Sommer kalendarisch eigentlich erst am 21. Juni beginnt und wir schon im April und Mai (Hoch-) Sommer hatten, kann man schon verstehen, wie es zu dieser Annahme im Volksmund kommt. Auch wenn die Temperaturkurve des Juni etwas gemäßigter war, lagen die Temperaturen im Juni 2018 dennoch 2 Grad über dem langjährigen Mittelwert.  Das ist durchaus beachtlich, wenn man bedenkt, dass es sich beim Mittelwert um gemittelte Werte handelt – d.h. es gab in einigen Bundesländern, Regionen und Städten durchaus hohe Abweichungen (insbesondere nach oben), damit überhaupt ein Mittelwert von 2 Grad zustande kommt. Und auch die Sonnenscheindauer war überdurchschnittlich hoch, wieder verbunden mit extremer Trockenheit. Was für die Einen schönes Badewetter ist, fällt für die Anderen regelrecht ins Wasser. Gerade die Gärtner und Bauern hätten sich auf eine Abkühlung gefreut. Fehlanzeige!

“Was im Juni nicht wächst, gehört in den Ofen.” (Bauernregel)

Es war abzusehen, dass der früh einsetzende Sommer im April, die hohen Temperaturen und der fehlende Regen schon bald ihren Tribut fordern werden. Mitte/Ende Juni 2018 war es dann soweit. Nur an den Alpen regnete es diese Jahr häufiger und im Volumen mehr als sonst, der Rest von Deutschland war am Vertrocknen. Dies veranlasste viele Landwirte – insbesondere im Osten Deutschlands – zur sog. “Noternte”. Viele Pflanzen bekamen auf Grund der Trockenheit Wachstumsstockung und wuchsen nicht mehr, insbesondere das Getreide konnte dadurch wenig bis keine Körner ausbilden und musste rund zwei Wochen früher als üblich geernet werden. Das meiste Getreide kann weder als Einstreu, noch für die Lebensmittelindustrie verwendet werden (die Halme sind zu kurz und Körner nicht vorhanden) und wird deshalb gehäkselt und für die sehr umstrittenen Biogasanalgen verwendet. Inzwischen haben verschiedene Bauernverbände bekannt gegeben, dass durch die extremen Wetterbedingungen die Existenz von Betrieben durch Ertragsausfälle bedroht ist – entweder war es zu trocken, es hat die Ernte regelrecht verhagelt oder Felder waren überschwemmt. Auf Grund der hohen Temperaturen und extremer Trockenheit kann es mancherorts dann auch zu einem sog. Notabwurf kommen, bei dem sich die Bäume deutlich früher als üblich von ihrem Kleid verabschieden und Herbststimmung im Sommer verbreiten.

“Wie das Wetter sich am Siebenschläfer verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.” (Bauernregel)

Auch bei uns war es den dritten Monat in Folge sehr warm, trocken und überdurchschnittlich sonnig. Einerseits natürlich hervorragende Bedingungen für die Pflanzenanzucht, doch mussten wir auch zwei bis drei Mal täglich gießen, damit unsere Pflanzenkinder nicht verdursten. Puh, das was ganz schön anstrengend! Unsere Regentonnen sind schon lange leer, hätten wir keinen Wasseranschluss, erginge es uns wie den Landwirten. Und ganz “nebenbei” – in der Hochsaison des Gärtnerns – hatten wir Mitte Juni am 16./.17. Juni unseren zweiten Gartenmarkt. Für unseren zweiten Marktstand mit der Schamanischen Gärtnerei haben wir uns dieses Mal noch mehr Mühe gegeben und immens an der Präsentation gearbeitet, was sich im wahrsten Sinne des Wortes ausgezahlt halt. Nun fehlt uns nur noch ein hübscher Aufsteller, der bereits in Arbeit ist und schon beim nächsten und letzten Gartenmarkt der Saison am 15. Juli zum Einsatz kommen wird.

Der frühe Sommer sorgte dafür, dass u.a. unser argentinisches Eisenkraut schon Anfang Juni fleißig blühte und ein regelrechter Magnet für allerlei Schmetterlinge war. Und wie wir in unserem letzten Blogeintrag angekündigt haben, lassen wir Euch wissen, dass unsere Königskerze passend zur Sommersonnenwende am 21. Juni in voller Blüte stand (und vor allem in den frühen Morgenstunden fleißig von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen eifrig besucht und bestäubt wurde).

“Peter und Paul (29.06.) hell und klar bringt ein gutes Jahr. ” (Bauernregel)

Nur wenige tage später öffneten dann sich auch die imposanten Blüten des Alants, die jede für sich wie kleine Sonnen mit vielen Strahlen aussehen. Auch hier tummelten sich unsere kleinsten Mitarbeiter – allen voran verschiedene Schwebfliegenarten. Im Moment sind Alant und Königskerze noch nicht in unserem Onlineshop erhältlich, aber sobald die Blüte den Samen weicht, werden wir diese absammeln und neue Pflanzen heranziehen. In diesem Sinne wünschen wir Euch eine schöne Sommerzeit und viel Erfolg beim Gärtnern!

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