Rueckblick Februar 2018

Rückblick Februar 2018

“Sonnt sich der Dachs  in der Lichtmess Woch’, so muss er vier Wochen zurück ins Loch.” (Bauernregel)

So oder ähnlich besagt es zumindest eine alte Bauernregel. Und eigentlich war die Lichtmess Woche auch relativ schön und trocken. Ein Omen? In Nordamerika findet zu dieser jährlich der sog. “Murmeltier-Tag” statt. Es heißt, dass wenn das Murmeltier seinen Schatten erblickt, es weitere sechs Wochen Winter gibt. Sieht das Murmeltier den eigenen Schatten nicht, kehrt schon bald der Frühling sein. Das Murmeltierorakel hat eine lange Tradition (über 130 Jahre) und nicht immer lag Phil, das Murmeltier, richtig. Dieses Jahr allerdings scheint das Murmeltier nicht nur für Nordamerika, sondern auch für Europa das Wetter richtig vorhergesagt zu haben. Und wie der meteorologische Wetterrückblick für den Februar 2018 nun im März zeigt, war der Februar deutlich zu kalt und zu trocken. Genau genommen war der Februar sogar der kälteste der drei Wintermonate, nachdem Dezember und Januar nicht so wirklich in Fahrt kamen.

“”Hätte der Februar Januars Gewalt, ließ der verfrieren Jung und Alt.” (Bauernregel)

Tja, dieses Mal hatte der Februar des Januars Gewalt und ließ verfrieren Jung und Alt. Nach dem zu warmen Winterwetter folgte dann schnell der massive Kälteeinbruch mit einem bissigen Ostwind. “Sibirienpeitsche” wurde das Hoch im Volksmund genannt, weil es über den Nordpol über Russland nach Deutschland zog. Meteorologen sprachen sogar von einem “Arctic Outbreak” (=Artkischer Ausbruch) und an der Küste kam es sogar zum seltenen “Lake Effect” (=See Effekt). Auf der einen Seite war da der Dauerfrost mit bis zu zweistelligen Minusgraden und das Schneetreiben an der Ostsee – auf der anderen Seite war es aber auch trocken und es gab viel Sonne. Mehr als die letzten beiden Monate zusammen, sodass man wirklich sagen kann, dass der Februar nicht nur die Kälte, sondern auch die Sonnenscheindauer wieder wett gemacht hat. Der Februar 2018 gehört übrigens zu den fünf sonnenscheinreichsten seit Messbeginn 1951.

Allen Gärtnern und ihren Gewächshäuser war dies natürlich sehr willkommen – auch wir freuten uns, dass die Pflanzen endlich wieder Sonnenlicht erhielten. Im Februar juckt es natürlich jeden passionierten Gärtner chronisch in den Fingern – man möchte so gerne, aber kann nicht so recht, weil das Wetter noch viel zu kalt ist. Nun, das stimmt zwar, was die Direktsaat im Freien und das Pflanzen von Frühlingsblumen im Außenbereich angeht, allerdings nicht was die Vorkultur im Gewächshaus bzw. die Anzucht in Mini-Gewächshäusern auf der Fensterbank betrifft. Wir jedenfalls haben fleißig gesät – von Tomaten und Paprika über Basilikum und Schnittlauch bis hin zu Gewürztagetes und diverse Blumen – und warten nun gespannt, wann die ersten Sämlinge sich dem Licht entgegen strecken.

“Hat Matthias (24.02.) seine Hack’ verloren, wird erst Sankt Josef das Eis durchbohren (19.03).” (Bauernregel)

Während es die Saat im Mini-Gewächshaus auf der Fensterbank kuschelig warm hat, hatten es die Pflanzen draußen heuer wirklich nicht einfach. Wir haben zwar in einer Hauruck-Aktion ein paar Pflanzen vor der sibirischen Kälte schützen können, indem wir sie ins Haus geholt und sie kühl und hell gestellt haben, doch ging das nicht mit allen Pflanzen. Wir werden sehen, welche Pflanzen den “Arktischen Ausbruch” überlebt haben und welche nicht. Diejenigen, welche die “Sibirienpeitsche” überlebt haben, werden aber auf jeden Fall nach der Wärmephase im Januar und dem anschließenden Kälteschock im Februar ein paar Wochen in der Vegetationszeit zurückgeworfen sein. Einige Pflanzen, wie etwa das Duftveilchen, was bei uns bisher im Winter immergrün war, sieht aus, als wäre ein Laster darüber gefahren. Es wird dann später einfach das alte Laub im Frühjahr abwerfen und dann neu aus dem Herzen austreiben. Im Januar hatten sie noch geblüht und standen stramm – nun mussten sie sich doch noch dem strengen Frost beugen.  Ähnlich verhält es sich auch bei unseren Walderdbeeren und dem Bärlauch, wobei man beim Bärlauch deutlich ansehen kann, dass der Kälteschock eine Wachstumsstockung ausgelöst hat. Wir werden warten müssen, bis der Dauerfrost weg ist und tagsüber Plusgerade herrschen – laut Wetterbericht soll das ja schon Mitte des Monats der Fall sein. Dann erst werden wir auch die anderen Pflanzen wieder (selbstverständlich immer noch mit Winterschutz) nach Draußen stellen. Die Hauswurz hingegen zeigt sich ziemlich unbeeindruckt von dem Wetterspektakel und hat keinen Schaden genommen – ja noch nicht einmal gestöhnt hat sie. Und das beim kältesten Wintereinbruch im Februar seit vielen Jahrzehnten.

“Der März soll wie ein Wolf kommen und wie ein Lamm gehen. ” (Bauernregel)

Im Moment schaut es tatsächlich so aus (schließlich war es am meteorologischen Frühlingsanfang am 01.03. europaweit immer noch bitterkalt) und wir sind sehr gespannt, was uns der nächste Monat bringt – zumindest geht es mit jedem Tag immer näher in Richtung Frühling und Frühling bedeutet… 😉

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