Rückblick April 2019

“Aprilwetter und Kartenglück wechseln jeden Augenblick.” (Bauernregel)

So besagt es zumindest eine alte Bauernregel. Und in der Tat hatten wir heuer richtiges Aprilwetter – von Sonne über Regen bis hin zu Graupel und Schnee in der Monatsmitte war alles dabei. Das täuscht jedoch nicht über die Tatsache hinweg, dass der April dennoch der 13. zu warme Monat in Folge seit Wetteraufzeichnung in Deutschland gewesen ist. Denn nach dem relativ milden Wetter zu Anfang des Monats (das von der Temperatur eher dem Mai zuzuordnen war), dem Wintereinbruch Mitte des Monats folgte zu Ostern sommerliches Wetter mit Sonnenschein und Werten zwischen 20 und 28 Grad. Man konnte also auch dieses Jahr wieder “getrost” von einem – wenn auch nicht ununterbrochenem – Aprilsommer sprechen.

“April windig und trocken, macht alles Wachstum stocken.” (Bauernregel)

Wie auch im letzten Jahr, hatten wir erneut im April eine beständige Ostlage, d.h. trockenes und sonniges Wetter mit viel Wind aus Osten. Der Ostwind macht zwar oft die gefühlte Temperatur kälter, als sie wirklich war, aber er trocknete in Verbindung mit der Sonne die Erde sehr aus. So sehr, dass zu Ostern deutschlandweit eine hohe Waldbrandgefahr herrschte (bei uns war es wieder Stufe 3 von 5) und zahlreiche Beobachtungsflüge stattfanden. In Hessen sind 7 Hektar Wald nach einem Blitzeinschlag in Flammen aufgegangen und in Thüringen brannten 13 Hektar Wald. Wir hatten dieses Jahr sogar den frühesten Waldbrand überhaupt. Zahlreiche Pflanzen und Tiere verloren ihr Leben oder ihr Zuhause und die Natur wird einige Zeit brauchen um diesen Verlust auszugleichen. Mal ganz abgesehen von dem CO² Ausstoß des Feuers und der fehlenden Bäume, die CO² in Sauerstoff umwandeln, den wir einatmen. Es ist ein Teufelskreis: Der Klimawandel begünstigt Waldbrände durch trockenes Wetter und Waldbrände begünstigen den Klimawandel durch hohen CO² Ausstoß auf Grund der Verbrennung.

“Nasser April und windiger Mai bringen ein fruchtbar Jahr herbei.” (Bauernregel)

Nun, und was die obige Bauernregel im Umkehrschluss bedeutet, kann sich wohl jeder vorstellen: “Trockener April und windstiller Mai bei bringen ein ödes Jahr herbei”. Und genau danach sieht es im Moment aus. Der Wetterdienst prophezeit indes auch dieses Jahr einen Dürresommer und im Radio hieß es, dass wir dieses Jahr noch schlechtere Startbedingungen hätten als im Jahr 2018. Es ist also nicht immer so, dass die Bauernregeln nicht mehr stimmen, sondern dass man sie auch einmal umdrehen muss. Und da sich die Jahreszeiten allmählich verschieben, muss man auch die Bauernregeln entsprechend betrachten. Der Winter wird kürzer, der Frühling kommt zeitiger – das ist mehr als nur Bauchgefühl. Dennoch wird es in der Zukunft schwieriger das Wetter und seine Launen auf Grund des Klimawandels vorherzusagen. Doch wer – wie wir – tief mit der Natur verbunden ist, wird es wissen – wer Augen hat, der sehe und wer Ohren hat, der höre. Jedem Schwermut wohnt auch Mut inne und nur die Natur weiß es auch diese Veränderung zu durchleben und aus der Asche wird irgendwann etwas völlig Neues entstehen.

“Zeigt häufig kühl im April und Mai sich die Zeit, hält sie auch von Juni bis November viel Kühle bereit, doch wenn April und Mai sich zu warm gestalten, wird auch von Juni bis November viel Wärme walten.” (Bauernregel)

Es seien wohl die wärmsten und sonnigsten Ostern seit 30 Jahren gewesen und die Sonne stand im April so hoch wie im August, wodurch die Intensität der Sonne und der UV-Strahlen nicht zu unterschätzen war. Das merkten auch wir beim Gärtnern – ohne Hut gehen wir nicht mehr in die Sonne und die Pflanzen stellten sich tapfer den widrigen Bedingungen. Es schien ihnen bei unserer guten Pflege kaum etwas auszumachen. Vielleicht passt sich die Natur aber auch schneller an als der Mensch. Wer weiß. Der zweite Aprilsommer in Folge ist nun Wirklichkeit geworden. Und für Allergiker gab es auch keine guten Nachrichten: Dieses Jahr haben wir nämlich die höchste Pollenkonzentration der letzten Jahrzehnte und Trockenperioden wie die Aktuelle machen es noch schlimmer für Allergiker. Und mit dem Klimawandel könnte es sogar noch schlimmer werden. Klimaschutz ist also vor allem auch Gesundheitssache! Wir alle werden der Tatsache in Auge blicken müssen, dass der Klimawandel längst Realität geworden ist und ein Jeder von uns sich auf seine Art und Weise daran anpassen muss soweit er kann.

Nichtsdestotrotz hatte das warme Wetter auch seine Vorzüge: Wir konnten Pflanzen teilweise früher als geplant verschicken und unsere Kunden mit neuen Pflanzenwesen erfreuen und wir konnten die Gartensaison früher einleiten als geplant und haben nun alle Hände voll zu tun mit Säen, Stecken, Ein- und Umpflanzen, Rückschnitten, Düngen und Gießen. Wir hoffen, dass alle unsere Leser schöne Ostern bzw. ein fruchtbares Ostara Fest hatten und wünschen einen guten und erfolgreichen Start in die neue Gartensaison 2019!

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