Rueckblick April 2018

Rückblick April 2018

“Wächst das Gras schon im April, steht es dann im Maien still.” (Bauernregel)

So besagt es zumindest eine alte Bauernregel. Ob das Gras im Mai still stehen wird, weiß im Moment noch keiner so genau, Fakt aber ist, dass das nicht nur das Gras im April gut gewachsen ist, sondern auch der Flieder und Raps schon am Blühen waren. Viele haben sich bestimmt gefragt: Stirbt der Frühling aus?  Denn auf den europaweiten “Märzwinter” folgte unweigerlich der europaweiter “Aprilsommer”, der zu Folge hatte, dass es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Russland, Tschechien und Polen teilweise wärmer als in Spanien war. Anders ausgedrückt: Der April 2018 war der wärmste seit Messbeginn vor über 135 Jahren. Gleichzeitig war es sehr sonnig, trocken und windig, was für die Pflanzenwelt nicht unbedingt von Vorteil war.

“Aprilenglut tut selten gut.” (Bauernregel)

Diejenigen Pflanzen, die den harten Winter überstanden hatten und nicht durch Kälte oder Frosttrocknis verschieden waren, hatten von jetzt auf gleich mit warmen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung zu kämpfen. Langsam aufwachen, allmählich die Triebe aus der Erde strecken und sich an die Sonne gewöhnen? Fehlanzeige! Vielmehr gab es ein explosionsartiges Erwachen der Natur. Sowohl die Sonne, als auch das Klima kamen gleich mit 100% über die Fauna und Flora gebrettert, was man eigentlich nur vom Sommer kennt. Das hatte zur Folge, dass junge Blumen die “Köpfe” und Pflanzen ihre Blätter hängen ließen, weil das frische Grün der Hitze und Intensität der Sonne nicht gewachsen war und “verdurstete”. Oftmals wehte dann ein harrscher Ostwind, der die Verdunstung der sowieso schon leidenden Pflanzen noch eifrig vorantrieb.

“Trockener April stellt die Mühlen still.” (Bauernregel)

Frühlingspflanzen wie etwa Duftveilchen, Bärlauch und Waldmeister hatten es mitunter am Schwersten. Denn sie Gedeihen nur bei kühler Witterung im Frühling und ziehen sich im Sommer bei Wärme zurück (oder blühen dann nicht mehr, wie z.B. das Duftveilchen). Die Duftveilchen bescherten uns dieses Jahr allerdings mit einer besonders üppigen Blüte, haben aber schnell wieder aufgehört, als es längerfristig wärmer wurde und stecken nun all ihre Kraft ins Blattwachstum. Wir haben nun einen ganzen Dschungel voller Veilchenblätter! Bärlauch und Waldmeister fanden den Aprilsommer nicht ganz so toll, denn erst war es zu kalt für einen Austrieb und nun ist es zu warm. Das Ergebnis sieht in etwa so aus, dass nur die Hälfe des Waldmeisters und die Hälfte des Bärlauchs ausgetrieben ist und die andere Hälfte wohl nicht mehr kommen wird – die treibt erst gar nicht mehr aus, weil sie denkt es sei schon Sommer und sie hätte verschlafen und bleibt deshalb gleich “im Bett” unter der Erde. Die andere Hälfte war zwar teilweise beerntbar, fängt bei diesen Temperaturen aber auch schon an sich zurückziehen um erst nächsten Jahr wiederzukommen.

Obwohl der April von den Temperaturen her dieses Jahr in der Theorie ideal zum Bepflanzen war und viele Menschen in die Gartencenter und Gärtnereien trieb, musste man in der Praxis doch feststellen, dass die Gegebenheiten zum Bepflanzen relativ suboptimal waren. Wir sprechen da aus eigener Erfahrung. Denn mit dem Einpflanzen ist es längst nicht getan. Die neuen Gartenbewohner wollen regelmäßig gewässert werden. Doch wie, wenn es nicht regnet und das Wasser fehlt? Und die neuen Gartenbewohner wollen erst einmal anwurzeln, um sich Nährstoffe und Wasser aus dem Boden zu erschließen und müssen deshalb bis dahin vor Hitze und Sonne geschützt werden. Doch wie, wenn es nur sonnig, heiß und keine Wolke am Himmel zu sehen ist? Tja – und damit kommen wir zum nächsten Problem des Aprils: Die Trockenheit.

“Gibt’s an Markus Sonnenschein, hat der Winzer guten Wein. ” (Bauernregel)

Die enorme Trockenheit im April 2018 führte in vielen Regionen Deutschlands zu einer hohen Waldbrandgefahr (bei uns war es Stufe 3 von 5) und eine extrem hohe Pollenbelastung. Hinzu kam, dass wir aktuell ein Mastjahr haben. Mastjahre finden etwa alle vier bis sieben Jahre statt und verursachen in der Natur eine höhere Blütenproduktion und den Allergikern zum Leid damit eine höhere Konzentration der Pollen als sonst. Außerdem blühen viele Bäume gleichzeitig, was sonst nicht der Fall ist. Dies hat zur Folge, das wiederum mehr Samen, Früchte und Nüsse in der Natur heranwachsen als üblich wovon auch die Tiere profitieren – wie etwa die Wildschweine von den Eicheln. Dadurch gibt es als Kettenreaktion u.a. bei den Wildschweinen eine höhere Geburtenrate. Ein hohes Nahrungsangebot bedeutet in der Natur mehr Tiere durch Überleben (und damit eine Bestandserhöhung), ein niedriges Nahrungsangebot führt in der Natur wiederum oftmals  durch Selektion zur natürlichen Bestandsregulierung. In den Mastjahren trieb man früher die Hausschweine in den Wald, damit sich diese an den vielen Eicheln satt fressen und an Fett zulegen, um sie später Mästen zu können – daher stammt auch der Begriff “Mastjahr”. Auch die Pflanzen in unserer schamanische Gärtnerei wurden Daheim mit einer gelben Schicht überzogen. Doch auch anderswo wurde kaum Jemand von dem gelben Blütenstaub der Fichten verschont. Bei einem Blick aus dem Fenster bot sich uns Ende April ein seltenes Naturphänomen: gelbe Wolken hingen wie Nebel oder Fallstreifen über den Bergen.

“Je eher im April der Schlehdorn blüht, je früher der Bauer zur Ernte zieht. ” (Bauernregel)

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Wir hatten am 29. April in Moosbach unseren ersten Gartenmarkt mit der Schamanischen Gärtnerei.  Impressionen von unserem kleinen, aber feinen Marktstand findet man in der Galerie unter “Garten Märkte” oder klicke hier. Für unseren ersten Marktstand mit der Schamanischen Gärtnerei sind wir nicht nur mit der Präsentation, sondern auch mit dem Besucherinteresse und dem Umsatz sehr zufrieden.  Besonderen Anklang fanden natürlich exotische Pflanzen wie etwa die Duftgeranien und das Indische Patchouli, aber auch Lavendel und unsere verschiedenen Erdbeersorten waren sehr gefragt. Interessante Gespräche, Verständnis und sogar großer Zuspruch für unsere besondere Art des Gärtnerns spornen uns an, unseren Weg in Demut und Dankbarkeit weiterzugehen und noch mehr Menschen für die grünen Brüder und Schwestern sowie schamanisches Gärtnern zu begeistern. Über 80 Pflanzen haben wir insgesamt mitgenommen und freuen uns, dass einige von ihnen nun ein gutes neues Zuhause bekommen. In diesem Sinne wünschen wir unseren grünen Brüdern und Schwestern ein fröhliches Anwachsen in der neuen Umgebung und alles Lesern, Kunden und Besuchern der Schamanischen Gärtnerei eine erfolgreiche Gartensaison 2018, die jetzt offiziell eröffnet ist!

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