Philosophie

Unsere Ethik

Wir verbinden ökologische Ansätze mit spirituellen Aspekten und setzen uns von Anfang an für das Wohl der Natur ein. Wir glauben, dass Alles, was gegen die Natur ist, weder natürlich ist noch auf Dauer Bestand hat. Wir wissen auch, dass jede Handlung ihre Konsequenz im Netz des Lebens hat, so wie jede Melodie eine Schwingung erzeugt.

“Die ganze Natur ist eine Melodie, in der eine tiefe Harmonie verborgen ist. […]”
(Johann-Wolfgang von Goethe)

Torffreie Erde

Wir achten die Natur und ehren sie, indem wir beim Gärtnern ausschließlich torffreie Erde verwenden – und das nicht nur bei der Aussaat von Samen und der Anzucht von Stecklingen, sondern auch beim Umtopfen, das bei uns noch ganz traditionell in solider Handarbeit geschieht.  Das ist nur einer unser vielen aktiven Beiträge zum Klimaschutz. Wir verzichten auf Torf, weil dieser aus zuvor entwässerten Mooren stammt – nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem Ausland wie etwa dem Baltikum. Torf speichert zwar lange Wasser und Nährstoffe, doch kann dies auch ungewollt zur Vernässung sowie einer Überdüngung und dem Absterben von Pflanzen führen. Zudem ist der PH-Wert von torfhaltigen Erden oft recht sauer und nicht für alle Pflanzen geeignet. Außerdem darf torfhaltige Erde nie vollständig austrocknen, weil ansonsten der sich darin befindende Torf nie wieder Wasser aufnehmen kann wenn er einmal vertrocknet ist.

Moore

Moore sind das Gedächtnis der Erde und eine Bibliothek zugleich. An den Mooren lässt ähnlich wie an Gesteinsschichten ein Teil der Erdgeschichte ablesen und sie zeigen auch, wann es besonders viel CO 2 in der Luft gab. Torf kann bis zu 95% aus Wasser bestehen. Obwohl Moore nur etwa 3% der Landfläche bedecken, speichern sie ganze 30% des weltweiten Boden-Kohlenstoffs und pro Hektar etwa sechsmal so viel Kohlenstoff wie Wald. Insgesamt speichern Moore mindestens doppelt so viel klimaschädliches CO 2 (Kohlenstoff) wie alle Wälder weltweit zusammen. Bei der Entwässerung dieser Moore wird dann im Umkehrschluss mehr als die doppelte Menge an CO2 freigesetzt, wie beim Abholzen von Wäldern! Laut dem bayerischen  Landesamt für Umwelt speichern naturnahe Moore jedoch nicht nur Kohlendioxid (CO2), sondern setzen auch klimaschädliches Methan (CH4) frei – allerdings heben sich bei intakten und unberührten Mooren diese  Verbindungen in der Regel von selbst auf, was bedeutet, dass naturnahe Moore klimaneutral sind. Bei der Entwässerung von Mooren jedoch entweicht nicht nur Kohlenstoff (CO2), sondern wird auch Lachgas (N2O) freigesetzt, das 310-mal schädlicher ist als Kohlenstoff (CO2).

Damit steht fest: Torfgewinnung und Moorschutz sind nicht vereinbar und der Torf ist für den Hobby- und Profigartenbau definitiv verzichtbar! Es gibt andere Alternativen, wie z.B. Hydrokoultur oder torffreie Erden, mit denen wie schon jahrelang positive Erfahrung machen. Diese torffreie Erde verschiedener Hersteller besteht hauptsächlich aus heimischen und nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Holzfasern, Grünschnitt-Kompost und Rindenhumus.

Darüber hinaus sind Moore ein einzigartiges Ökosystem für viele seltene und bedrohte Pflanzen- und Tierarten wie etwa die Zwerg-Birke und die Rosmarinheide oder die Arktische Smaragdlibelle und der Randring-Perlmutterfalter. Bis sich ein richtiges Moorgebiet bildet braucht es mehrere tausend Jahre, denn pro Jahr bildet sich nur eine etwa 1mm dünne Schicht. Damit braucht das Moor also eine viel längere Zeit zum “Nachwachsen” wie ein Wald. Inzwischen sind in Deutschland schon 95% Prozent der Moore durch Entwässerung, Abtorfung, Bebauung oder landwirtschaftliche Nutzung verschwunden. Moorschutz ist Klimaschutz – deshalb arbeiten wir mit eng mit Herstellern zusammen, die sich ebenfalls aktiv für den Umweltschutz einsetzen und die diesbezüglich u.a. sogar von der NABU ausgezeichnet wurden. Schützen Sie gemeinsam mit uns die restlichen 5% der Moore, indem Sie mit jedem Einkauf unsere Arbeit unterstützen und sich auch später gegen die Nutzung von torfhaltiger Erde entscheiden!

“Die Erde ist unsere Mutter, sie trägt und ernährt uns.
Was wir in sie hineinlegen gibt sie uns zurück.”

(Big Thunder, Bedagi)

Bewässerung

Die Bewässerung erfolgt bei uns von Hand, d.h. es gibt kein automatisches durch Elektrizität betriebenes Bewässerungssystem! Dadurch sparen wir nicht nur Strom, sondern bekommt auch jede Pflanze ganz individuell zur richtigen Zeit die richtige Menge Wasser. Große Pflanzen werden mit der Gießkanne gegossen, Sämlinge hingegen werden je nach Bedarf mit feinem Nebel einer Sprühflasche befeuchtet. Diese Methode kostet natürlich viel Zeit, aber sie garantiert uns, dass wir jederzeit individuell auf die Bedürfnisse unserer Pflanzen eingehen können und damit jede Pflanze die passende Zuwendung erhält. An besonders heißen Tagen oder wenn wir gerade viel zu tun haben, können wir uns jederzeit auf unsere mechanischen Bewässerungshilfen in Form von Gießhilfen in verschiedenen Formen und Farben verlassen, die als “Gießvertretung” fungieren und durch den Tonkegel für gleichmäßige Tropfbewässerung sorgen. Gegossen wird bei uns in der Regel mit Regen- und Schmelwasser da es in der Regel sauber, “weich” und vor allem natürlich ist,  einen relativ niedrigen pH-Wert sowie wenig Giftstoffe enthält. Leitungswasser vermeiden wir möglichst.

Upcycling

“Upcyling” bezeichnet die kreative Wiederverwertung im Alltag von zunächst scheinbaren Abfallprodukten, das zur Zeit von vielen Verbrauchern und Künstlern wiederentdeckt wird. “Upcyling” setzt jedoch voraus, das keine weiteren Gegenstände zusätzlich extra für die Wiederverwertung hinzugekauft werden. “Recyling” bezeichnet in etwa das Gleiche, jedoch wird dieser Begriff eher von der Industrie benutzt und ist hiermit eher die Wiederverwertung von Abfallprodukten gemeint, die einen neuen Weg in andere industrielle Produkte der Supermärkte finden. Für uns ist die kreative Wiederverwertung im Alltag ein weiterer erheblicher Beitrag für den Umweltschutz, den wir gerne erbringen. Je weniger Müll wir produzieren, desto mehr profitiert die Natur davon. So nutzen auch wir für unsere Gärtnerei das sog. “Upcycling”, indem wir bei der Anzucht z.B. weitgehend auf Quelltabs oder Anzuchttöpfe verzichten und stattdessen eigene Behältnisse aus Küchen- und Toilettenpapierrollen und sogar Eierkartons anfertigen. Davon bekommen Sie aber erst etwas mit, wenn Sie Zuhause die Pflanze umtopfen oder einpflanzen, da auch wir wie jede andere Gärtnerei unsere Pflanzen in widerstandsfähigen 9x9cm schwarzen Plastiktöpfen verkaufen und liefern. Leider gibt es hierfür momentan noch keine andere Lösung, doch wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit unseren bisherigen Beiträgen der Natur schon sehr viel Gutes tun. Sollten wir dennoch einmal Quelltabs verwenden, bestehen diese selbstverständlich nicht aus Torf, sondern aus Kokosfasern und wenn wir Anzuchttöpfe benötigen bestehen diese natürlich ebenfalls nicht aus Torf sondern aus Papier oder Pappe. Allein schon deshalb, weil wir die Erfahrung gemacht haben, das Quelltabs und Anzuchttöpfe aus Torf sehr viel mehr Zeit brauchen, bis sie sich vollständig zersetzt haben.

Neben den Küchen- und Toilettenpapierrollen kommen für interne Zwecke bei der Produktion auch modifizierte Tetra-Paks zum Einsatz, die teilweise als Saatschale und teilweise als Untersetzer fungieren. Es gibt sogar Anleitungen im Internet, wie  man aus vielen Plastikflaschen ein Gewächshaus für den Garten bauen kann – eine sehr interessante Idee, die wir im Auge behalten. Gemäß dem Sprichwort, dass es keine Unkräuter, sondern nur Pflanzen gibt, deren Vorzüge man noch nicht erkannt hat gäbe es unsere Meinung nach eigentlich auch keinen Müll, wenn der Mensch denn wüsste, wie er diesen im Voraus weitgehend vermeiden oder im Nachhinein richtig wiederverwerten kann.

“Alles auf dieser Erde hat  seinen Zweck, jede Krankheit eine Pflanze zu ihrer Heilung und jeder Mensch seine Bestimmung. Dies ist die Indianische Lehre von der Existenz.”
(Mourning Dove, 1888-1936)