Gärtnern im Klimawandel Naturnahes und klimabewusstes Gärtnern

Inzwischen ist für jeden spür- und sichtbar, dass der Klimawandel existiert, denn wir befinden uns mittendrin. Die zahlreichen Auswirkungen verstärken sich von Jahr zu Jahr.

Die Jahreszeiten verschieben sich, der Frühling kommt zeitiger und wärmer, der Winter wird milder und kürzer. Es scheint, als würden Frühling und Herbst als Jahreszeiten langsam in den Hintergrund treten, da es nur noch Sommer und Winter zu geben scheint. Im Frühling ist es entweder sommerlich oder winterlich aber nicht frühlingshaft und im Herbst ist es ähnlich. Trockenperioden werden häufiger und länger und die erwünschten Regengüsse kommen meist nur noch in in Verbindung mit Gewitter als Unwetter in Form von Starkregen oder Hagel. Ernteausfälle sind die Folge und damit auch höhere Kosten für Lebensmittel sowie Futter und Einstreu für Kühe, Rinder, Schweine und Pferde. Und auch der Wind wird häufiger und Stürme intensiver, weil dieser die immer stärken Temperaturunterschiede und Abnormalitäten in den Luftschichten ausgleichen möchte. Ein natürlicher Ausgleichsmechanismus der Natur, der gegen Windmühlen zu kämpfen scheint. Denn die Menschheit wirkt weiterhin kontraproduktiv auf diesen Mechanismus. Der Menschheit ist leider immer noch nicht bewusst, dass alles was sie der Erde antut, eigentlich sich selbst antut und das alles, was die Erde betrifft auch den Menschen betrifft.

Was immer der Erde widerfährt, widerfährt auch den Kindern dieser Erde.

(Chief Seattle, ~ 1786-1866, Häuptling der Suquamish- und Duwamish- Indianer)

Spätestens in der Landwirtschaft und beim Gärtnern wird klar, dass Aussage “man erntet was man sät” vielmehr als nur ein Spruch ist. All dies stellt nicht nur die Natur, sondern auch insb. die Landwirte und Gärtner vor eine neue, große Herausforderung. Welche das sind, wie man diese meistern und in auch Zeiten des Klimawandels erfolgreich Gärtnern kann soll dieser Artikel erläutern.

Saisonbeginn und Saisonende

Durch die Verschiebung der Jahreszeiten verschieben sich folglich auch Saisonbeginn und -ende des Gärtnerjahres. Es kann je nach Region früher gesät und gepflanzt werden um die Winterfeuchtigkeit auszunutzen, Zeit zu gewinnen und die Saison zu verlängern. Da es jedoch im Frühling als auch im Herbst immer Luft- und Bodenfrost geben kann und wird – egal wie hoch die Temperaturen tagsüber sein werden – empfiehlt es sich in diesen Jahren stets ein Vlies über die Kulturen zu spannen oder zumindest bereitzuhalten. Dadurch ist man auch gegenüber schnellem und radikalem Wetterwechsel gewappnet, denn ein atmungsaktives Vlies schützt nicht nur vor Temperaturschwankungen, sondern auch vor kleinen bis mittleren Hagelschäden und Austrockung durch Wind oder Sturm.

Aufbereitung des Bodens

… im Garten

Damit die Pflanzen in Trockenzeiten Wasser besser speichern und abrufen können, sollte der Boden im Garten stets locker, humos und tiefgründig sein. Ist der Boden zu hart oder steif, schädigt er die Wurzeln und die Pflanze kann austrocknen, weil sich die Wurzeln nicht auf der Suche nach Wasser und Nährstoffen bewegen können und wenn ein solcher Boden nass wird verklumpen die Wurzeln, beginnen zu faulen und anschließend stirbt die Pflanze ab. Um das Wasserspeichervolumen zu verbessern, sollte der Boden vor der Saison also erst einmal umgegraben und mit organischem Dünger wie Kompost oder Hornspäne versorgt werden. Ein solcher Boden speichert nachweislich deutlich mehr und länger Wasser, als ein sandiger oder tonhaltiger Boden. Das ist besonders in Trockenzeiten sehr wichtig.

… auf Balkon und Terrasse

Auf Balkon und Terrasse genügt die Verwendung von torffreier Erde in Pflanzkübeln oder Balkonkästen in welche bei einjährigen Pflanzen je nach Kultur zuvor Hornspäne oder Kalk eingearbeitet wird. Torffreie Erde ist von Natur aus locker. Sie verklumpt nicht bei Nässe und ist gut durchlässig, speichert dabei aber auch gut Wasser und Nährstoffe jedoch nicht so gut wie Torf. Daher muss sie durchdringender und öfter gegossen werden. Die Bodenbearbeitung empfiehlt sich nach wie vor im Frühling oder im Herbst kurz vor Saisonbeginn und kurz nach Saisonende. Beim Gärtnern in Pflanzkübeln oder Balkonkästen kann bei mehrjährigen Kulturen, die in diesen Gefäßen überwintern, natürlich nicht der Boden aufgehackt, gelockert und Dünger eingearbeitet werden. Man würde schlichtweg die Wurzeln und damit die Pflanze schädigen. Hier sollte man während der Saison einfach regelmäßig organischen Flüssigdünger ausbringen und die Erde leicht feucht halten, um das Bodenleben sowie die Humusbildung zu aktivieren und damit einen humosen und lockeren Boden zu fördern.

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