Rückblick Januar 2018

“Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter für ein ganzes Jahr” (Bauernregel)

So besagt es zumindest eine alte Bauernregel. Und was hatten wir es Anfang und Ende Januar warm in Deutschland – deutlich zu warm für Hochwinter. Ob die Bauernregel recht behält, wird man zwar erst Ende des Jahres sehen, aber viele Wettermodelle (u.a.NOAA) weisen schon jetzt darauf hin, dass zumindest die nächsten Monate tatsächlich wärmer und nasser als das langjährige Mittel sein werden. Inzwischen ist es auch schon offiziell: Der Januar 2018 war laut Wetterdienst der sechst wärmste Januar seit  der Wetteraufzeichnung. Eigentlich kein Wunder, denn Klimaerwärmung bedeutet nun mal mehr Wolken auf Grund höher Verdunstung, die wiederum auf Wärme zurückzuführen ist. Und auch der Wind wird zunehmen, denn mehr Wärme bedeutet auch extreme Temperaturschwankungen und damit auch eine höhere Thermik. Also immer, wenn sich das Wetter ändert, von warm zu kalt oder kalt zu warm, wird es in Zukunft immer sehr böig und vielleicht auch stürmisch werden. Das haben der Dezember 2017 und der Januar 2018 sehr deutlich gezeigt. Am Meisten in Erinnerung wird wohl der Sturm Friederike bleiben, der den Orkan Kyrill aus dem Jahr 2007 sogar noch übertroffen hat – nicht nur hinsichtlich der Stärke, sondern auch hinsichtlich der Schadensbilanz. Glücklicherweise hat dieser Sturm unsere Region weitgehendst verschont und konnten wir in der Gärtnerei keinerlei Schäden verzeichnen. Und genau genommen kennen wir solche Stürme erst ab Mitte Februar, wo sie eigentlich auch hingehören. Nicht umsonst heißt auch der 3. Mond im Medizinrad (19. Februar bis 20. März) “Mond der Großen Winde”.

“Wächst das Gras im Januar, wächst es schlecht im ganzen Jahr” (Bauernregel)

Auch bei uns sind die Auswirkungen des zu warmen Januars zu sehen – obwohl die Oberpfalz eigentlich zu den kältesten Regionen Deutschlands gehört, wo es im Winter durchaus mal -15 bis -20 Grad haben kann (also ganz schön schattig, wie man hier zu sagen pflegt). Ende Januar konnten wir schon beobachten, wie bei +3 bis +5 Grad (anstatt 0 Grad oder weniger) unsere Duftveilchen sowie die Gundelrebe blühten, der Bärlauch, der Waldmeister und das Gänsefingerkraut austrieben. Auch im lokalen Radiosender gab es Meldungen über die ersten blühenden Krokusse und sogar die Sichtung der ersten Zecke. Alles etwa einen Monat zu früh. Wie gut, dass wir alle unsere Pflanzen mit gutem Winterschutz versehen haben wo jetzt der Winter passend zum Vollmond mit aller Macht zurückkommt. Das Vlies wird den Neuaustrieb und die Blüten unserer Veilchen schützen, aber was ist mit den Pflanzen in der Natur? Laut Wetterdienst war es in der Oberpfalz im Januar etwa 5 Grad wärmer als das langjährige Mittel.

Mehr Wolken auf Grund der Klimaerwärmung bedeuten aber nicht nur mehr Niederschlag, sondern auch Dunkelheit. An vielen Tagen wird der Himmel bedeckt sein und das heißt weniger Sonnenlicht für die Natur (und für Gärtnereien). Denn obwohl die Sonne hinter der Wolken noch scheint, gehen etwa durch die Wolkendecke knapp 50% des Lichtes verloren womit ein bewölkter Tag zu einem halbschattigen  Tag für Pflanzen wird. Auf Dauer wird das besonders für sonnenhungrige Kräuter wie Salbei, Rosmarin und Thymian zum Problem. Aber auch andere exotische Pflanzen auf der Fensterbank leiden unter dem Lichtmangel, denn hinter der Fensterscheibe gehen nochmal etwa 40% des Lichtes verloren. Umso wichtiger ist es dann, dass die Pflanzen nicht auf der Nord- oder Ostseite, sondern auf der Süd- oder Westseite stehen um wenigstens das wenige Licht noch nutzen zu können. Und auch das ist schon offiziell: Der Januar 2018 war laut Wetterdienst der dunkelste Januar in Deutschland seit mindestens 70 Jahren. Manche sprechen sogar vom dunkelsten Winter Europas seit vielen Jahrzenten. Während es hier in der Oberpfalz im Dezember noch durchschnittlich 25 Stunden gab, waren im Januar lediglich etwa 6 Stunden. Doch nicht nur in Bayern, Auch in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen-Anhalt zeichnete sich ein ähnliches Bild ab.  Rekordverdächtig: Im russischen Moskau gab es im Dezember 2017 insgesamt nur sechs Minuten Sonnenschein, sodass dieser Monat in der russischen Hauptstadt der dunkelste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen eingeht.

“Wenn im Jänner Gewitter toben, dann gibt’s im Jahr nicht viel zu loben.” (Bauernregel)

Der Januar hat eigentlich schon viele Rekorde gebrochen und doch gibt es da immer noch Etwas. Wintergewitter sind selten, aber sie können vorkommen – so auch bei uns (im Dezember und Januar). Es bleibt abzuwarten, wie sich das Wetter im Jahr entwickeln wird, denn Nichts ist in Stein gemeißelt und auf Grund der Klimaerwärmung sind leider auch viele Bauernregeln nicht mehr stimmig. Heute, am 2. Feburar (Imbolc bzw. Maria Lichtmess) ist es eigentlich ein ruhiger, schöner und kalter aber trockener Tag. Es ist ein bisschen sonnig und nur leicht bewölkt. Eine Bauernregel dazu sagt:

“Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird’s ein langer Winter sein.” (Bauernregel)

Wir werden sehen, wozu sich Mutter Natur entscheidet und lassen das neue Gartenjahr mit Freude und Spannung auf uns zukommen und wünschen unseren Besuchern und Kunden viel Freude beim Stöbern in unserem Onlineshop!

 

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