Jede Handlung hat ihre Konsequenz im Netz des Lebens, so wie jede Melodie eine Schwingung erzeugt. Eine ganzheitliche Sichtweise ist sich dessen stets bewusst und wird ihr Denken und Handeln immer wieder nach diesem Leitsatz ausrichten. Ganzheitliches Denken trennt auch nicht zwischen Körper, Geist und Seele (die von Natur aus untrennbar mit einander verbunden sind und eine Einheit bilden) sondern ist stets darum bemüht einen Weg zu suchen, der die gesamte Einheit anspricht. Deshalb bedeutet ganzheitliches Gärtnern für uns, die Pflanzen nicht getrennt voneinander, dem Garten oder ihrem Lebensraum wahrzunehmen, sondern sie immer mit ihrem unmittelbaren Umfeld verbunden zu sehen. Denn die uns umgebende Natur ist stets ein Spiegel unseren Seins.

Der Garten als Spiegel der Seele

Allen voran die Tiere, aber auch Pflanzen – insbesondere der eigene Garten – können unser Seelenleben und den Zustand unserer Seele tatsächlich widerspiegeln. Wolf-Dieter Storl schreibt hierzu in seinem Buch „Der Selbstversorger“:

„ […] dass ein Garten Körper, Geist und Seele besitzt.   Der Garten ist getreuer Spiegel desjenigen, der ihn gestaltet: Er spiegelt den geistigen und seelischen Zustand des Gärtners wider.

Wer seine Seelentriebe ständig zurückdrängt, der beschneidet mit Eifer die Büsche und Bäume; wer Verdauungsschwierigkeiten hat, konzentriert sich auf Kompostierung und Schnecken Bekämpfung; der Sauberkeits-Fanatiker jätet jedes Unkraut und vergiftet jedes Krabbeltier. Der sachlich nüchterne Praktiker pflanzt nur einfache Sorten, die gute Erträge bringen; der Offizier a. D. läßt Blumen und Gemüse wie kleine Soldaten in Reih und Glied, wie zur Musterung, antreten. Der Garten eines Künstlers nimmt oft bizarre Formen an. […]“

Weitere Informationen unter >>>Der Garten als Spiegel der Persönlichkeit<<< (Blog von Wolf-Dieter Storl)

Für unsere schamanische Gärtnerei bedeutet das konkret, dass wir bei der Anzucht, Pflege und Vermehrung besonders darauf achten, dass diese Prozesse im Einklang mit dem Körper, des Geistes und der Seele der Pflanze geschehen. Daraus resultiert auch, dass wir aus Prinzip alle unsere Pflanzen noch traditionell von Hand Topfen und keine Maschinen wie in großen Gärtnereien zum Einsatz kommen. Es tut uns in der Seele weh zu sehen, wie selbst in namhaften Gärtnereien, die offenkundig spirituelle Mitarbeiter haben und der Ethnobotanik aufgeschlossen sind, Pflanzen als Sache und damit als seelenlose Massenware behandelt werden. Und so werden am Ende auch in jenen Gärtnereien die Pflanzen – wie auch woanders in der Massenproduktion – wortwörtlich am Laufband in Fließbandarbeit hergestellt. Es verwundert nicht, dass solche Pflanzen oft schon beim Kauf verkümmert aussehen, Verkrüppelungen oder einen offensichtlichen Nährstoffmangel haben sowie einen Schädlingsbefall aufweisen. Viele dieser Pflanzen überstehen den Transport nicht, gehen nach kurzer Zeit ein oder wollen einfach nicht anwachsen. Viele wissen leider nicht, wie genau das maschinelle Topfen und Stecken vor sich geht – deshalb hier ein Beispiel um das Ganze zu veranschaulichen:

… Zunächst passieren leere Pflanztöpfe ein Fließband zu einer Maschine welche diese Pflanztöpfe mit Erde befüllt und so fest andrückt, dass der Pflanztopf oben voller Erde überquillt und an den Seiten unförmig wird. Daraufhin wird von derselben Maschine ein Loch in die Mitte des Pflanztopfes gestochen und der mit Erde und einem Loch versehene Pflanztopf an einem Fließband weiter zu einem Mitarbeiter der Gärtnerei weitertransportiert. Dieser muss dann zügig den geschnittenen Steckling in das Loch hineinstopfen woraufhin der sich im Pflanztopf befindende Steckling dann am Ende des Fließbandes zusammen mit anderen Pflanztöpfen kistenweise von einem anderen Mitarbeiter der Gärtnerei abtransportiert und an eine geeignetes Regal im Gewächshaus gestellt wird. Ein anderes Prozedere, dass den Mitarbeitern der Gärtnerei beim Umtopfen helfen soll, wird von einer Maschine veranlasst, welche mit einem schnellen Ruck bzw. Stoß von unten gegen die Saatschalen das Lösen der Erde und der Wurzeln vom Topf auslösen soll …

Das hat für uns weder etwas mit Ganzheitlichkeit, noch mit Spiritualität zu tun, da die jungen Pflanzenseelen hier schon in ihrer Kindheit aufs Gröbste vernachlässigt oder besser gesagt „misshandelt“ werden und nicht seltenen einen Schock für’s Leben davontragen. Denn wie beim Menschen werden auch bei den Pflanzen die Grundsteine für das weitere Leben in der Kindheit gelegt.

Mit Bewusstsein & Einfühlungsvermögen

Neben dem händischen Topfen ist es für uns genauso wichtig, dass die Prozesse der Anzucht, der Pflege und Vermehrung bei vollem Bewusstsein und Konzentration geschehen. Das bedeutet, dass wir uns während dieser Prozesse intensiv mit der Pflanze beschäftigen indem wir z.B. mit ihr sprechen und sie dadurch mental auf das Vorhaben vorbereiten oder in meditativer Stimmung mit positiven Gedanken ruhig, behutsam und mit Fingerspitzengefühl Samen aussäen oder Stecklinge stecken und die Erde andrücken. Diese Energien sowie die Absichten mit der man bei der Sache ist, nehmen die Pflanzen stets wahr und diese sind wahrlich nicht mit denen in der Massenproduktion zu vergleichen. Und dieser Unterschied ist unseren Pflanzen auch anzusehen – sie sind gesund, kräftig und haben ein gutes Wurzelwerk.